Rönkhausen ist ein Ort mit ca. 2000 Einwohnern. Er liegt an der Lenne, im südlichen Teil des Sauerlandes; An der B 236 zwischen Altena und Meschede. Der Ort ist ein belibebtes Ausflugsziel für Menschen, die gerne Wandern und die Natur genießen möchten. Auch im Winter hat Rönkhausen durch mehrere nahegelegene Wintersportgebiete so einiges zu bieten.
Kirchlich gesehen gehört Rönkhausen zur
Erzdiözese Paderborn, deren Schutzpatron der Hl. Liborius ist.

Der Ort ist geschichtlich zum ersten mal schriftlich erwähnt in einem Güterverzeichnis der Benediktinerabtei Deutz, welches im Jahr 1160 angelegt wurde.

Der Ursprung Rönkhausens liegt aber aller Wahrscheinlichkeit nach schon 100 oder mehr Jahre vor diesem Datum. Namhafte Geschichtsforscher begründen das durch die Tatsache, daß die Orte des Sauerlandes, welche mit der Endung "...inghausen" enden, wahrscheinlich ihre Entstehungszeit um 850-900 n.Chr. hatten. Die Namen der Ortschaften entstanden meist durch die Verbindung mit Rufnamen. Wahrscheinlich gab es in Rönkhausen einen Mann namens Rocco, der sich wohl als erster an dieser Stelle im Lennetal niederließ. Der Ort hatte durch die Geschichte verschiedene Namen, wie uns unser damaliger Grundschuldirektor Herr Alfred Setz lehrte. Diese möchte ich kurz anfügen:

1160 Rokinchusen bisher erste Erwähnung in der oben genannten Höfeliste des Klosters Deutz
1223 Rockinhusin oder Roggenchusen Schneider, Die Orte der Provinz Westfalen, Münster 1936
1347 Rockenhusen Historisches Archiv der Stadt Köln
1370 Rocginchusen NRW-Staatsarchiv Münster, Bestand Kloster Grafschaft
1492 Roynkussen Archiv Hovestadt
1536 Roenckhuißen Schatzungsregister i. Landest. Archiv, Arnsberg
1565 Roenghausen a.a.O.
1620 Hoinckhusen Karte des herzogtums Westfalen v. Gigas
Das H am Anfang ist wahrscheinlich eine Verwechselung.

1663 Rönnkhusen Karte des Herzogtums Westfalen von Seutteri
1821 Rönnckhausen Rezeß über die Teilung der Rönkhauser Mark von 1821 (Urkundensammlung Werner Spielmann)
heute
Rönkhausen

Fenster in der Pfarrkirche
Kirche und Pfarrgemeinde St. Antonius der Einsiedler
Die Pfarrgemeinde St.Antonius der Einsiedler in Rönkhausen wurde offiziell am 1. Januar 1944 zur selbständigen Pfarrei erhoben. Sie wurde aber schon am 8.Mai 1921als Pfarrvikarie von der seit 1894 bestehenden St.-Anna-Pfarrei Lenhausen , deren Gebiet bis dahin zur Stammpfarrei Schönholthausen gehört hatte, abgetrennt. Der im Inflationsjahr (1923) begonnene Kirchbau wurde am 19. Oktober 1924 benediziert und unter das, aus der alten Dorfkapelle ( um 1800, leider nicht mehr erhalten) übernommene, Patronat des Hl. Antonius des Einsiedlers gestellt.
Der Turm wurde erst 1939 angebaut.

Die Pfarrkirche wurde zum letzten mal 1984/85 durch Pfarrer Joachim Hapig renoviert und erhielt, nachdem man nach dem II.Vatikanischen Konzil die Kirche von innen ganz weiß strich, eine farbliche Fassung.
In der Pfarrkirche befindet sich eine Madonna aus dem 15.Jh., eine Figur des Pfarrpatrons aus dem 16.Jh. und eine Figur der Hl. Agatha aus dem 16.Jh.

Die Pfarrei brachte im Verlauf der letzten 100 Jahre 11 Priester, 21 Ordensfrauen hervor.

Die Seelsorger der Gemeinde

18.05.1921 bis 30.09.1929 Vikar Albert Grobe (erster Seelsorger der Pfarrei)
05.12.1929 bis 09.06.1936 Vikar Johannes Knauer
10.06.1935 bis 08.09.1936 Vikar Johannes Westerbarkey
09.09.1936 bis 15.02.1945 Vikar Josef Köster (Ab 01.01.1944 1. Pfarrer von Rönkhausen)
16.02.1945 bis 15.11.1955 Pfarrer Heinrich Mentrop
15.01.1956 bis 24.10.1965 Pfarrer Josef Zimmermann
30.01.1966 bis 31.05.1993 Pfarrer Joachim Hapig
01.07.1993 bis heute Pfarrer Gerhard Günther (Pfarradministrator)
     

Das Leben der Pfarrgemeinde ist sehr lebendig. So gibt es eine Schola, die Schützenbruderschaft St. Antonius, viele Meßdiener und Meßdienerinnen, Lektoren, Organisten und viele ehrenamtliche Frauen und Männer, die sich um die verschiedenen Bereiche der Pfarrei kümmern.

Als Quelle für den historischen Teil der Ortsnamen habe ich einen Aufsatz meines ehemaligen Klassenlehrers Herrn Setz benutzt.

Seit Weinhachten 2000 gibt es eine ganz ausführliche Dorfchronik über Rönkhausen, die Herr Setz in jahrzehntelanger Arbeit zusammengestellt hat. Ein wirklich informatives und gutes Werk!

Wer Interesse daran hat:
Alfred Setz, Rönkhausen - eine alte Bauerschaft im kurkölnischen Sauerland, Hrsg. St. Antonius-Schützenbruderschaft e.V. 1892, Rönkhausen, November 2000

Das Buch hat 600 Seiten. Also genügend Information über Rönkhausen.